Seit 2017 läuft in Erlinsbach das Wendehalsförderprojekt, das von der Vogelwarte Sempach und Birdlife Schweiz angestossen und vom hiesigen Naturschutzverein NVE umgesetzt wird. Als geeignetes Gebiet für eine Wiederansiedlung des Wendehalses wird die Geländekammer mit dem Rebberg und den eher trockenen Wiesen und Hecken im Maiholz, Erzberg und Hintererzberg eingeschätzt.
Um die Wiederansiedelung des Wendehalses zu fördern, wurden 2017 im erweiterten Rebbaugebiet in Obererlinsbach 50 Nistkästen für den Wendehals aufgehängt.
Der Naturschutzverein Erlinsbach reinigt und kontrolliert die Nistkästen jährlich.
Die Nistkästen werden jedoch von einer Vielzahl anderer Tiere benutzt.
Der Naturschutzverein Erlinsbach hat im Projektgebiet mittlerweile 60 Nistkästen aufgehängt; in so grosser Zahl deshalb, weil der Wendehals sehr wählerisch bei der Wahl der Bruthöhle ist. Im April und Mai sind Mitglieder des NVE im Gebiet unterwegs, um den Wendehals zu hören oder zu sehen.
An 5 verschiedenen Morgen wurde die Region Erzberg/Maienholz besucht. Die Beobachtung der Hecken, Wiesen und Reben war sehr interessant. Die Vogelwarte Sempach hat im Gebiet eine Klangatrappe aufgestellt um den Wendehals zu mehr Rufaktivität zu veranlassen. Leider hat es nicht geholfen und es konnte auch in diesem Jahr kein Wendehals beobachtet werden. Im Gegenlicht wurde ein Grünspecht fast mit dem Wendehals verwechselt. Bei einer Rast an einem Weinpfahl im Sonnenlicht und mit seinem Ruf wurde aber der Irrtum entdeckt. Trotz dieser negativen Erfahrung konnten neben verschiedenen Staren und Meisen ein Turmfalke, Goldammern und zwei Neuntöter beobachtet werden. Wir werden die Hoffnung nicht aufgeben und auch im nächsten Jahr versuchen den Wendehals in unserer Region nachzuweisen.
Der wärmeliebende Wendehals mit dem ausgezeichneten Tarngefieder ist in mehrfacher Hinsicht einzigartig: Obschon er zu den Spechten gehört, zimmert er keine eigene Bruthöhle, sondern übernimmt eine Baumhöhle oder einen Nistkasten. Auch dass der Wendehals aufrecht auf Ästen sitzt und gelegentlich zweimal im Jahr brütet, ist untypisch für Spechte. Er ist kein Standvogel wie seine Verwandten, sondern überwintert vorwiegend in der Sahelzone.
(Quelle vogelwarte.ch)